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Das chinesische Neujahrsfest


Das chinesische Neujahrsfest, auch „Frühlingsfest“, (春节chūn jié) oder „Jahreswechsel“ (过年guὸ nián) genannt, richtet sich nach dem Mondkalender. Es markiert das Ende des alten und den Beginn des neuen Mondjahres. Seit 1912 gilt zwar in China die gregorianische Zeitrechnung, aber das Land legt Wert auf seine traditionellen Feste, unter denen das Neujahrsfest das wichtigste ist. Die Feierlichkeiten können bis zu 15 Tage andauern. Die meisten Chinesen haben dann mindestens eine Woche frei.

Das chinesische Neujahrsfest fällt nach dem westlichen Kalender in die Zeit zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar, am zweiten (sehr selten am dritten) Neumond nach der Wintersonnenwende. Der Neujahrstag verschiebt sich von Jahr zu Jahr um ca. 11 Tage auf einen früheren Termin; wenn sich dadurch ein Termin vor dem 21. Januar ergeben würde, wird ein Schaltmonat eingeschoben und der Termin verschiebt sich stattdessen um ca. 19 Tage nach hinten.

Das chinesische Jahr des Hundes begann dieses Jahr am 16. Februar 2018 und dauert bis zum 4. Februar 2019 an. Der Hund steht im chinesischen Tierkreiszeichen für Mut, Treue, Loyalität, Hilfsbereitschaft und Gesundheit.

Am 5. Februar 2019 beginnt das Jahr des Schweins. Da der chinesische Kalender im Gegensatz zum gregorianischen Kalender ein Lunisolarkalender ist, fällt das chinesische Neujahr jeweils auf unterschiedliche Tage. Ihm steht das am gregorianischen Kalender orientierte westliche Neujahrsfest (新年xīn nián) gegenüber.

Zum chinesischen Neujahr werden verschiedene Grußformeln benutzt, aber meistens wird gōng xǐ fā cái 恭喜发财 verwendet. Dieser Ausdruck steht für „Glückwunsch für Erfolg und Wohlstand im neuen Jahr“.

Die Vorbereitungen für das chinesische Neujahrsfest beginnen bereits in einem Zeitraum von zwei Wochen davor. Traditionell steht am 20. Tag des elften Monats die Reinigung des Hauses mit Bambuszweigen und dessen anschließende Dekoration an, wobei die zahlreichen Lampen und Papierbänder (对联duì lán) meist rot gefärbt, mittels schwarzer Tinte durch allerlei Neujahrssprüche beschriftet werden. Rot steht in China für Glück, Freude, Liebe und Wohlstand.

Ein Set dieser Spruchbänder besteht aus drei Teilen. Sie werden rechts, links und waagerecht über der Tür angebracht. Auf ihnen stehen die Wünsche für das neue Jahr. An Bauernhäusern findet man häufig gute Wünsche für das Wetter und somit für die Ernte. Wichtig ist dabei auch, dass sie sich ergänzen. Steht links das Wort Regen, muss rechts auch der Wind auftauchen.

Quadratische Papierschilder in Rot und Gold mit dem Schriftzeichen 福fú, Glück, schmücken zum Frühlingsfest chinesische Haustüren. Die meisten Leute hängen es verkehrt herum auf. Dann ähnelt es dem Zeichen 到dào, ankommen. So also bedeutet es: Das Glück soll kommen.

Allgemein wird vor dem Neujahr alles erneuert: Man streicht die Wände neu, kauft sich neue Kleidung, besucht den Friseur und geht vorbereitenden Einkäufen nach. Nun reisen auch viele Chinesen aus China und der ganzen Welt nach Hause zu ihren Familien.

Am Vorabend des Neujahrsfestes Tag kommt die große Familie zu einem reichhaltigen Festessen zusammen, traditionell mit Hühnchen und Fisch. Der Fisch wird jedoch nicht vollständig aufgegessen.

Das Wort für „Fisch“: yú 鱼 klingt sehr ähnlich wie „Überfluss“: yú 余, was letztlich „Wohlstand“ bedeutet – dieser soll entsprechend nicht aufgebraucht werden.

Es werden dabei in rote Umschläge verpackte Geldgeschenke hóng bāo 红包 an die Kinder verteilt.

Ganz traditionell soll es auch jiǎo zi 饺子 (gefüllte Teigtaschen) geben. Diese Tradition gibt es schon seit der Ming-Dynastie (1368-1644). Nach altem Brauch aßen die Leute zum Jahreswechsel gefüllte Teigwaren. Das Wort jiǎo zi setzte sich dann aus dem Wort für Wechsel, jiāo, und einem Wort für Zeit, zǐ, zusammen.

Vor Beginn des neuen Jahres zwischen 23 Uhr und Mitternacht verlässt man das Haus und nimmt dabei die Spuren des alten Jahres mit sich ins Freie, kehrt jedoch anschließend zurück, um die Fenster zu öffnen und auf diese Weise das Glück des neuen Jahres einzulassen. Nach 23 Uhr setzt auch das Feuerwerk ein mit dem das Jahresmonster vertrieben werden soll und hält bis spät in den nächsten Morgen an. Allerdings ist in vielen Städten, aufgrund der Brandgefahr, ein Feuerwerk verboten.

Am Neujahrstag und in den folgenden Tagen werden Segenswünsche innerhalb der Familie verteilt. Gemeinsame Festessen und Besuche aller Verwandten, des Freundeskreises stehen an diesen Tagen im Vordergrund. Kinder erhalten an diesen Tagen neben dem Segen auch noch Geldgeschenke von den Besuchten.

Das Laternenfest (元宵节, yuán xiāo jié) am fünfzehnten Tag des ersten Mondmonats beendet die Neujahrsfeierlichkeiten. Die Zeit der Besuche ist vorbei. Die Menschen kehren an ihre Arbeit zurück. In den Familien isst man Klößchen aus Klebreismehl mit süßer Füllung, im Chinesischen yuán xiāo 元宵 genannt, ein Symbol für Harmonie und Glück in der Familie. Kerzen werden außerhalb des Hauses entzündet, um den Geistern der Ahnen den Weg nach Hause zu leiten. Die Menschen gehen ebenfalls mit kleinen Laternen auf die Straßen. Mit diesem Tag endet das Frühlingsfest.

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